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Wiedersehen nach 10 Jahren...

November 14, 2019

| verfasst von

Wer seine Vereinsfarben liebt, bleibt ihnen treu, auch wenn das Leben andere Geschichten schreibt. So zog ein rot-weiss-blau Enthusiast vom Appenzellerland ins Züri Oberland. Nach 10 Jahren kam es beim gestrigen Auswärtsspiel gegen Wetzikon zum Wiedersehen - gar mit einem positiven Resultat! Die uns zugesandte Chronik dieses speziellen Abends wollen wir euch nicht vorenthalten! Eishockey schreibt eben immer wieder schöne Geschichten.

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19.20 Uhr: Ich fahre von meinem neuen Zuhause in Wetzikon Richtung Stadion los. Auf dieser Velofahrt in die Novemberkälte hinaus überlege ich mir, wann der letzte SC H-Match gewesen sein muss, den ich besucht habe. Ich glaube, das war vor genau 10 Jahren. Es war ein Heimderby gegen Uzwil vor etwas mehr als 1400 Zuschauern, wenn ich mich recht erinnere. Eine Paarung und eine Zuschauerzahl, von der man aktuell nur träumen darf. Zum heutigen Match zieht es mich, weil ich ihn quasi als Abschiedsgeschenk bei meiner letzten Stelle geschenkt bekommen habe. Ein Arbeitskollege, selbst Herisauer, wusste von meiner Fanvergangenheit. Deshalb gabs von ihm im Rahmen meines Abschieds und auch meines Umzugs nach Wetzikon einen schönen Batzen für das Spiel EHC Wetzikon - SC Herisau. 

 

19.45 Uhr: Bis jetzt sehe ich noch kein Herisauer Fangesicht. Ob ich quasi als Einmann Fanclub “Sektion Zürcher Oberland” alleine die Fahne hochhalten muss? (...jene, die nicht mal existiert...)

 

19.55 Uhr: Immer noch kein Herisauer Fangesicht zu sehen. Ob der Fanzug verspätet ist oder der Fanmarsch blockiert wurde? Ich ziehe mir auf jeden Fall mal meinen 20 Jahre alten Fanschal enger, den ich heute Nachmittag im Estrich ausgegraben habe. Es ist ziemlich frisch hier in der Eishalle.

 

19.58 Uhr: Nun habe ich noch drei andere Leute gesehen mit einem rotweissblauen Erkennungszeichen. Jetzt wären wir schon zu viert. Demgegenüber steht eine schöne Anzahl Gelb-Schwarzer. Allgemein muss ich als „Internet-Fan“ (= jemand, der den Sport mehrheitlich über das Internet verfolgt) zugeben, dass die Wetziker über eine bunte und aktive Fanszene verfügen. Auch die Halle macht einen gepflegten Eindruck und die Wetziker geben sich als sympathische Gastgeber.

 

20.15 Uhr: Nun sind doch noch ein paar Herisauer Anhänger eingetrudelt. Insgesamt sind wir nun 15 Leute. Ehe ich mit Zählen fertig bin, folgt nach 10 Sekunden schon der erste Penaltypfiff. Und zwar gegen Wetzikon. Der Herisauer Gartmann nimmt Anlauf... und trifft! Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen so frühen Herisauer Treffer bejubelt zu haben. Auf jeden Fall ist die Partie jetzt lanciert. Hopp Herisau!

 

 21.55 Uhr: Herisau schiesst das 3:4 und führt nun mit einem Tor Vorsprung. Wir schreiben nun die 45. Minute im letzten Drittel. Noch 15 Minuten diesen Spielstand halten und der Sieg wäre im Trockenen. Dies wäre eine schöne Belohnung für einen zwar kämpferischen Herisauer Einsatz, der aber nicht darüber hinwegtäuschen könnte, dass Wetzikon die feinere Klinge führt. Ihr Spiel ist flüssiger und sie bringen mehr Zug aufs Tor. Allgemein finde ich das Niveau hier gar nicht mal so schlecht. Ich war im September am 1. Ligaspiel der Saison zwischen Rapperswil und Ambri Piotta. Obwohl NLA-Hockey, gab es auch da hüben wie drüben Fehlpässe, Stolperer und beste Chancen, die vertan wurden. Die Spannung unter den Herisauer Anhängern (und Anhängerinnen, es sind auch Frauen im Herisauer „Gästesektor“) steigt. Jetzt bloss keine Strafe kassieren! Jetzt bloss kein Tor kassieren! Mit diesem Sieg könnte soviel Goodwill zurückgeholt werden nach den beiden letzten sehr ärgerlichen Niederlagen im Ligabetrieb! Das ganze Dorf wäre bei einem Sieg auf den Beinen beim Cupmatch nächste Woche gegen Chur! 

 

22.08 Uhr: Die Wetziker nehmen zwei Minuten vor Schluss ihren Torhüter raus. Dies verhilft ihnen zu ein paar gefährlichen Aktionen, doch der Herisauer Torhüter bleibt sattelfest und hält den Kasten dicht. 

 

22:10 Uhr: Speranzino gelingt 20 Sekunden vor Schluss der erlösende Empty Netter. Verrückt, verrückt, verrückt, denke ich! Ich hätte vor dem Spiel wenig bis gar nichts darauf gewettet, dass Herisau hier gewinnt. In 9 von 10 Fällen ist diese Partie eine klare Angelegenheit und zwar mit schlechterem Ende für Herisau. 

 

22:20 Uhr: Ich steige wieder aufs Velo und mache mich auf den Heimweg. Das Thermometer zeigt 1,8 Grad an und meine Finger frieren mir fast ab. Trotzdem nehme ich die 15 Minuten Heimfahrt beschwingt unter die Räder. Es war ein kurzweiliger Abend und schlussendlich lässt sich - zum etwa 3000. Mal in meinem Leben nur noch eins sagen: Hopp Herisau! 
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Danke für den tollen Bericht. Wir hoffen, dich nicht erst wieder in 10 Jahren bei uns zu begrüssen. Ein leckerer Gerstensaft im heimischen Sportzi ist dir garantiert!

 

 

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